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1911-1918

Geistige und geschichtliche Wurzeln der Schwestern

Pater Markus Müßig - Eine soziale Gestalt
des Franziskus-Ordens

Pater Markus war dafür, etwas zu tun, auch wenn es noch nicht ausgegoren war, was er für besser hielt, als nichts zu tun. Seine Mitbrüder pflegten deshalb scherzhaft zu sagen, er trage seinen Namen "Müßig" völlig zu unrecht. Gewiss gehört dieser Kapuziner in die Reihe der sozialen Gestalten des Franziskusordens.

"Eine geistige Bewegung muss immer wieder mit neuem Leben erfüllt werden und sich an zeitgerechten Werken neu entzünden, um die Urkraft des zugrundeliegenden Geistes stets neu zu entfalten." Das war der Gedanke und die These des Kapuzinerpaters Markus.

Als er die sozialen Brennpunkte seiner Zeit in den Familien sah, war ihm klar, dass etwas für die Menschen getan werden müsse. Insbesondere die kinderreichen Arbeiterfamilien mussten Unterstützung erfahren.

Pater Markus war eine sensible Natur, begabt, ungemein aufgeschlossen für die Fragen der Zeit. In manchen Dingen war er seiner Zeit voraus.


 

Pater Markus Müßig. Aufnahme entstand um das Jahr 1900.

Der Begeisterer

Pater Markus hatte das Charisma, Menschen, auch junge Menschen, in seinen Bann zu ziehen. Im Laufe der Jahre sammelte er so etwas wie eine ausserordentliche Gemeinde um sich: Akademiker, Andersgläubige und Kranke.

Die Aufgabe

Die geistigen und geschichtlichen Wurzeln der Schwesternschaft liegen in einer Bewegung innerhalb der Drittordensgemeinschaft Krefeld (siehe auch: Drei Orden), die Pater Markus in den Jahren von 1911 - 1926 leitete.
Mit feurigen und eindringlichen Worten empfahl er die Übernahme einer zeitgemässen caritativen Aufgabe - die Haus- und Familienpflege.
In der Tat war es eine Aufgabe, die auf Bewältigung drängte und deren Zeitgemäßheit geradezu "in der Luft lag".


 

Jugend der damaligen Zeit. Pater Markus in der Gruppe.

Wissenswertes

Drittordensgemeinschaft?
Drei Orden?


Die Umstrukturierung des wirtschaftlichen Lebens hatte auch das Gefüge des Familienlebens sehr stark verändert. Es fehlten unter anderem weithin die hilfreichen Kräfte, die bei Erschöpfung, Krankheit oder Wochenbett einer Mutter den Haushalt weiterführten. Seit Beginn des neuen Jahrhunderts waren deshalb schon zahlreiche Hauspflegevereine entstanden.

Pater Markus griff diese Bewegung auf, um sie zum Ansporn der Verlebendigung seiner Drittordensgemeinde zu machen. Er war von der Überzeugung getragen, daß diese Aufgabe der Verwirklichung des franziskanischen Ideals, sich der drängenden Not der Mitmenschen um Christi willen hilfreich zu stellen, in zeitgerechter Art dienen könne. Andererseits erwartete er von der Durchdringung dieser Aufgabe mit dem Geist des heiligen Franziskus als Frucht eine geistige Haltung, die die Mitglieder des Dritten Ordens befähigen würde, sich mit ganzem Herzen und vollem Einsatz dieser Notlage ihrer Mitmenschen zuzuwenden.

Der Aufruf Pater Markus, aus begeisterndem Herzen immer wieder vorgetragen, zeigte bald Erfolg. Als die "Hauspflege des Dritten Ordens des heiligen Franziskus" am 1. Mai 1912 in Krefeld begann, standen 46 Frauen und Mädchen des Dritten Ordens zur Verfügung. Die Frauen und Mädchen leisteten ihre Dienste in der Hauspflege an den wenigen ihnen damals zur Verfügung stehenden freien Tagen und in ihren freien Stunden neben ihrer beruflichen und sonstigen Arbeit, oft nach dem Tagesdienst bis spät in die Nacht hinein, und das vollkommen unentgeltlich.

Pater Markus setzte sich mit ganzem Herzen für sein Werk ein. Mit dieser großzügig und gut organisierten Hauspflege hat Pater Markus den Boden bereitet und den Wurzelstock gelegt, aus dem eine Schwesternschaft des Dritten Ordens mit der Aufgabe der Haus- und Familienpflege hervorging.